
Die Macht der weißen Bluse
DIE MACHT DER WEISSEN BLUSE
Ist dir auch schon aufgefallen, dass sich die aktuelle Mode immer mehr auf ikonische Klassiker konzentriert?
Nein? Dann lies weiter und wir bringen dich auf den neuesten Stand.
Oder lies einfach trotzdem weiter, denn unser Blog ist unglaublich lustig.
KLASSISCH & IKONISCH
Wir von PLEIN PUBLIQUE waren schon immer in ikonische Klassiker verliebt, aber die Mehrheit der Modefans erwärmt sich immer noch am meisten für das Neueste vom Neuesten.
Denn was man noch nicht im Schrank hat, übt den größten Reiz aus: je neuer, desto interessanter, je ausgefallener, desto besser. Doch dieser Trend ändert sich langsam aber sicher. Glaubt man Google (nichts gegen Kritik, aber nehmen wir der Einfachheit halber an, dass die Statistiken nicht lügen), so sind die Suchbegriffe "classic" und "iconic" auf dem Vormarsch.
Woher kommt das? Vielleicht ist der Markt gesättigt, nicht mehr jeder Modeliebhaber bekommt automatisch einen Heißhunger, wenn die neuen Kollektionen in den Regalen stehen, oder wir sehen einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wir können nur raten.
Wie auch immer: Zurück zu den Grundlagen ist ein Trend. Wir wollen uns nicht beschweren, wir lieben unsere Klassiker. Falls Sie jetzt eine Top-10-Liste erwarten: nein (Sie können uns nennen, wie Sie wollen, aber wir sind nicht berechenbar). Wir haben uns den weißen Klassiker selbst ausgesucht, den wir für Sie unter die Lupe nehmen.
Bereit?
WIE WEISS?
Und bei Weiß überwiegt meist das Positive:
- Heiraten Sie als angesehene Dame in Weiß. Denn Sie sind ja noch unberührte Jungfrau. Schau, denn sogar Madonna macht es in Weiß.
- Ein echter Märchenprinz kommt auf seinem weißen Pferd angeritten. Denn die Guten reiten eben nicht in einem schwarzen Beamer.
- Babys werden in einem weißen Kleid getauft. Denn die Mütter sind vielleicht ein Leben lang verdorben, aber die verlorene Unschuld wird an das Neugeborene weitergegeben.

Wir haben aber auch ein paar weniger lustige WHITE-Assoziationen gefunden:
- Einen weißen Kragen zu bekommen bedeutet, dass man sich bemüht, bei jemandem, den man sehr schätzt, positiv aufzufallen. Schleim, mit anderen Worten.
- Ein Wirtschaftskrimineller. Braucht keine Erklärung, ist allgemein bekannt , weil allgegenwärtig - einer wohnt sogar im Weißen Haus.

BEKANNT GELIEBT VERSCHMÄHT
Das weiße Hemd ist ein Paradebeispiel, wenn es um Ruhm geht. Schließlich lässt sich Ruhm ganz einfach auf drei Grundpfeiler reduzieren: BEKANNT, das ist offensichtlich, ERINNERT, das ist logisch, und FAMILIE. Das gefällt uns am besten.
- FAMILIE: Das weiße Hemd ist ein stereotypes Kleidungsstück, die sichere Wahl, wenn man geschäftsmäßig und kompetent erscheinen will. Wir alle wollen es von Zeit zu Zeit.
- Bemind: Tja und offie! Wir alle kennen die Porträts aus alten Zeiten, die mürrische Typen und nicht so glückliche Kinder mit knackigen weißen Faltenkragen zeigen. Damals ein Hit und auch heute noch ein Hit. Oder zum Beispiel das berühmte Model-Foto von Peter Lindbergh mit weißen Hemden. Das ist sicherlich eine der beliebtesten Fotografien der Modefotografie.
- Verunglimpft: Ja, auch. Das weiße Hemd wird oft mit drückender Spießigkeit und/oder Fantasielosigkeit assoziiert. Oder umgekehrt mit Betrug durch Wirtschaftskriminelle. Haben Sie schon den neuen Netflix-Film LAUNDROMAT gesehen? Der Film basiert vollständig auf dem Betrug rund um das berühmte Panama-Papers-Leck. Könnte es ein Zufall sein, dass darin viele weiße Hemden zu sehen sind?
So viel zum Intro: Was wir damit klarstellen wollen, ist, dass das weiße Hemd ein Phänomen ist. Nun zu den Fakten, und auch ein bisschen zum Spaß.
UNTEN GUT, OBEN GUT
Das Hemd ist ein Selfmademan. Was einst als Herrenweste begann, hat sich zu einem ikonischen Kleidungsstück entwickelt, das in keinem Kleiderschrank fehlen sollte.
Früher wurde die Oberbekleidung nie oder nur selten gewaschen. Wer also ein bisschen achselfrisch aussehen wollte, trug eine Weste, weil man sie leicht waschen konnte. Diese waren leicht zu waschen.
Im Laufe der Zeit wollte der Adel natürlich zeigen, dass er adlig war und etwas bewirken wollte. Langsam aber sicher zeigten sie ihre weißen Westen, in Form von Kragen und Manschetten. Sie zeigten auf diese Weise ihre Frische oder ihren Status, denn wer wohlhabend war, musste nicht auf dem Land oder in den Häfen arbeiten, und saubere weiße Kragen und Manschetten signalisierten einen Statusgewinn. Genauso wie weiße Haut: Gebräunte Haut war den Bauern und Landleuten vorbehalten. Ironischerweise zeigt heutzutage eine gebräunte Haut, dass man genug Geld hat, um in den Urlaub zu fahren.

Die armen Schlucker konnten es sich nicht leisten, ständig muskelbepackte weiße Unterhemden zu tragen, also ließen sie die Fransen und Kragen weg.
Nach und nach wurden die weißen Manschetten und Kragen größer und sichtbarer, denn je größer, desto reicher. Sie wurden von der Weste abgetrennt und gestärkt, um aufrecht zu bleiben.
Die bekanntesten weißen Kragen und Manschetten sind die 'Medici-Kragen', benannt nach der italienischen Familie Medici. Ein fächerförmiger Kragen mit viel Spitze. In den Niederlanden sind wir am meisten mit dem Mühlsteinkragen vertraut, den man häufig in den Gemälden von Rembrandt van Rijn findet.

Aber das gefiel dem Adel wiederum nicht so sehr (pfff, es hört nicht auf). Da muss es doch einen Unterschied geben, dachten sie. Schließlich sahen diese wohlhabenden Leute die Notwendigkeit, zu zeigen, dass ihr Hemd tatsächlich ein ganzes Kleidungsstück war, und so begannen sie, die Weste in voller Länge zu tragen, wodurch sie sich zu einem Hemd entwickelte.
Die ersten echten Hemden waren also hauptsächlich für Männer gedacht, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht vermuten würde. Der Dandy des 19. Jahrhunderts z. B. zeigte sein Hemd mit viel Spitze, Rüschen und schneidigen Manschetten.
Auch die Damen bekamen davon Wind und machten mit. Das Einkaufen im Kleiderschrank des Mannes ist eine Sache aller Zeiten. Irgendwann im 17. Jahrhundert verschwand der Unisex-Charakter, nicht nur im übertragenen Sinne, sondern auch im wörtlichen Sinne. Denn die Dame des Hauses zog sich nicht selbst an: Mevroi hatte dafür ein Dienstmädchen. Und jeder, der schon einmal seinen Mann angezogen (oder ausgezogen) hat, weiß: Knöpfe zu schließen ist eine Qual. Deshalb wird ein Herrenknopf "links über rechts" geschlossen und ein Frauenknopf "rechts über links". Wussten Sie das nicht?
Ein kurzes Comeback erlebte der lose Kragen übrigens Anfang des 19. Jahrhunderts: Eine amerikanische Hausfrau hatte es satt, das Hemd ihres Mannes jedes Mal waschen zu müssen, wenn nur der Kragen etwas schmutzig war: Sie erfand einen abnehmbaren Kragen. Der abnehmbare Kragen wurde mit Knöpfen am Ständer befestigt und war in verschiedenen Modellen erhältlich.
IKONISCHER STATUS

DIE GESCHICHTE WIEDERHOLT SICH
PS: arbeiten Sie nicht im Garten damit, wenn Sie etwas auf Ihren Status bedacht sind ;-).
UND ZU GUTER LETZT
- Wir lieben ikonische Klassiker und klassische Details, wie z.B. weiße Manschetten. Letztere findet man zum Beispiel bei dem Pullover LA CLIQUE.

- Und natürlich haben wir auch schöne weiße Blusen in der Kollektion!
